Nebel lichten

Ja es gibt sie - diese Momente und es scheint, also ob sich diese für viele Menschen gerade im Herbst und dann im Winter häufen. Es wird kälter und dunkler und auch grauer. Nach dem Sommer, ausgelassenen Abenden im Garten oder draussen im Lieblingsrestaurant reicht dann die warme Jacke plötzlich auch nicht mehr, um sich an der frischen Luft behaglich zu fühlen. Weite Teile des Landes sind zugedeckt unter einer grau-weissen Schicht von Nebel, gerne gerade frühmorgens, wenn wir uns auf den Weg zur Arbeit begeben und die Sonne, ja die lässt sich nur noch selten blicken.

 

Für die einen macht sich vielleicht Missmutigkeit breit, andere freuen sich vielleicht auf die etwas ruhigere und gemächliche Zeit zu Hause. Fallls sie eher zu jenen Menschen gehören, welche den Herbst und den Nebel nicht allzu sehr schätzen und gelegentlich in Kältestarre mit aufkommender Traurigkeit verfallen, dann sind die folgenden Gedanken für Sie.

 

 

Der Nebel, dieses mystische Schleiergewand der Natur, verbirgt und enthüllt gleichermaßen. In seiner undurchdringlichen Dichte erzeugt er eine Atmosphäre des Geheimnisvollen, in welcher das Vertraute in eine unwirkliche Ferne entrückt.

 

Der Nebel lehrt uns die Flüchtigkeit der Sichtbarkeit und erinnert uns daran, dass die Realität nicht immer so greifbar ist, wie es den Anschein hat. In seinem Spiel mit Licht und Schatten eröffnet der Nebel eine Bühne für die Imagination, in der die Konturen der Dinge verschwimmen und Raum für Interpretation und Spekulation entstehen.

 

Philosophisch betrachtet kann der Nebel als Metapher für die Unklarheiten und Unsicherheiten im menschlichen Dasein dienen. Wie der Nebel unsere Umgebung verschleiert, so können auch Unsicherheiten und Unwägbarkeiten unsere Lebenswege verhüllen. Doch im Nebel liegt auch eine Einladung zur Entdeckung und zur Erweiterung unseres Horizonts. Es ist die Chance, im Unbekannten Schönheit und Sinn zu finden.

 

Der Nebel lässt uns die Begrenzungen unserer Sinne erkennen und zwingt uns dazu, nicht nur mit den Augen, sondern auch mit der Vorstellungskraft zu sehen. In seiner undurchdringlichen Stille lädt er dazu ein, innezuhalten und die Welt auf eine tiefere, vielleicht sogar metaphysische Weise zu erleben.

 

So wie der Nebel schließlich vor der Sonne weicht und die Landschaft enthüllt, so können auch in unserem Leben die Nebel der Ungewissheit schwinden, um Klarheit und Erkenntnis zu offenbaren. Der Nebel lehrt uns Geduld und Demut im Angesicht des Unbekannten und erinnert uns daran, dass die Schönheit des Lebens oft in den mysteriösen Schleiern des Unausgesprochenen liegt.

 

  • Was tun Sie Gutes für sich, Dinge welche vielleicht an sonnigen und heissen Tagen eher zu kurz kommen?
  • Mal angenommen dann und wann ein Bisschen Unklarheit in Ihrem Leben könnte zu was gut sein...was wäre das?
  • Gab es in Ihrem Leben bereits Momente oder Situationen in welchen Sie Ungewissheit aushalten konnten? Wann war das? Was ist daraus Neues entstanden?
  • Welche Dinge nehmen Sie anders wahr, wenn Sie durch den Nebel spazieren? Welche Erkenntnisse sind damit verbunden?